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By Karl Jaspers

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Law and Religion: The Legal Teachings of the Protestant and Catholic Reformations

Wim Decock collects contributions via the world over well known specialists in legislation, heritage and faith at the effect of the Reformations on legislation, jurisprudence and ethical theology. the final impact conveyed by means of the essays is that at the point of major doctrine (the criminal teachings) there appears extra continuity among Protestant and Catholic, or, for that topic, among medieval and early smooth jurisprudence and theology than frequently anticipated.

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Wenn ein Maulesel Junge bekommt, wenn etwas vom Blitz getroffen wird, dann »haben viele Menschen auf bloß menschliche Mutmaßungen hin gleich viele Deutungen schriftlich aufgezeichnet, als wären es regelrechte Schlußfolgerungen«. Der Unterschied solcher Mutmaßungen ist, ob sie auf der Linie des Aberglaubens oder auf der Linie der christlich-kirchlichen Autorität liegen. Wenn sie durch Bibelstellen, durch Kirchenautorität gegründet werden, so sind sie Wahrheit. Augustin bekämpft den Aberglauben der Astrologie durch den Offenbarungsglauben, aber mit dem Mittel des Aberglaubens an Dämonen.

Nur soweit sie nützlich sind für das Bibelverständnis, lohnt sich die Beschäftigung mit ihnen. Die Welt ist für Augustin ohne Interesse, außer daß sie als Schöpfung auf den Schöpfer weist. Sie ist der Ort der Gleichnisse, Bilder und Spuren. Augustins Zeitalter hatte die Wissenschaften, deren Fortgang schon im letzten Jahrhundert vor Christus aufgehört hatte, fast vergessen, obgleich die Bücher noch da waren. Nicht Barbareneinfälle, nicht materielle Nöte, nicht 46 soziologische Beschränkungen haben den wissenschaftlichen Geist vernichtet, sondern einer jener großen historischen Prozesse, in dem die innere Verfassung des menschlichen Daseins fast aller jeweils Lebenden eine Wandlung zu erfahren scheint, ohne daß wir die Notwendigkeit solchen Geschehens begreifen.

Aber ein Platonisches Moment hält Augustin stets fest: in der Wahrheitserkenntnis sehen wir das Erkannte zwar in göttlichem Lichte, schauen aber nicht Gott selber; und: unser Erkennen ist kein schwaches Abbild göttlichen Erkennens, sondern wesensverschieden vom göttlichen Erkennen. Zweitens: Die Wahrheit, die wir erkennen, ist zwar eine, aber ihre Momente sind mehrere. Erkenntnis und Wille sind eins und getrennt. In der Trennung ist Erkenntnis nichtig, in ihrer Einheit mit dem Willen erreicht sie erst ihren Sinn.

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