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By Thomas Geisen

Moderne Gesellschaften sind Arbeitsgesellschaften. Menschliche Arbeit nimmt hier eine abstrakte shape an, die Karl Marx als Arbeitskraft bezeichnet. Entscheidend ist nicht mehr die Tätigkeit an sich, sondern die Frage, in welchem Umfang menschliche Arbeitskraft verausgabt worden ist. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Arbeit in der modernen Gesellschaft zu einer Ware wie jede andere werden konnte. Für Hannah Arendt hat Marx mit dieser Charakterisierung von Arbeit als Arbeitskraft die moderne Gesellschaft auf den Begriff gebracht. Ihre Kritik an Marx richtet sich vor allem auf seinen Versuch, die Fülle menschlicher Tätigkeiten auf Arbeit zu reduzieren. Im Gegensatz dazu unterscheidet Arendt das Arbeiten vom Herstellen und Handeln als verschiedene menschliche Grundtätigkeiten. Diese folgen unterschiedlichen Prinzipien und führen zu verschiedenen Resultaten. Ausgehend vom Unterschied im jeweiligen Verständnis von Arbeit setzt dieses Buch zu einem discussion imaginaire zwischen Karl Marx und Hannah Arendt an und fragt nach der Handlungsfähigkeit von Menschen in einer auf Arbeit zentrierten Gesellschaft.

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Soziologischen Perspektive46 soll zugleich ein Defizit in der Arendt-Forschung aufgearbeitet werden. Denn Rezeption und Analyse des Arendtschen Oeuvres erfolgten bislang überwiegend aus philosophischer und politikwissenschaftlicher Perspektive. 47 45 Auch bei der Betrachtung der Forschungslage zum Thema Arbeit als grundlegender menschlicher Tätigkeit, die sich nur mit einer/m Autor/in beschäftigen, sind erhebliche Defizite feststellbar. Zwar gibt es zum Arbeitsbegriff in der marxistischen Theorie im Allgemeinen und bei Marx im Besonderen eine umfangreiche Literatur.

Adler 1982, Jouhy 1996). 31 Über die Bedeutung, die Widersprüche für sie haben, sagt Arendt: „Solche fundamentalen und flagranten Widersprüche unterlaufen zweitrangigen Autoren selten; in den Schriften großer Autoren führen sie in den Mittelpunkt ihres Werkes“ (VA 123). Bei dem, was Arendt als Widersprüche bezeichnet, handelt es sich um Ambivalenzen. Während ein Widerspruch ein spezifisches Verhältnis zweier Phänomene beschreibt, die einander entgegengesetzt sind, beschreibt der Begriff der Ambivalenz die Möglichkeit einer doppelten Wertigkeit eines Phänomens.

In diesen Aneignungsformen sah Marx ein modernes, auf der Ausbeutung von Arbeitskraft basierendes Herrschaftsverhältnis, durch das der Mensch „in Ketten“ gelegt wird (vgl. MEW 4: 493). Arendt beschäftigt sich demgegenüber mit den gesellschaftlichen und politischen Folgen, die durch die Dominanz der Arbeitstätigkeit über die anderen menschlichen Tätigkeiten entstehen. Ihr geht es daher vor allem um die Unterscheidung und Abgrenzung der unterschiedlichen menschlichen Vermögen von der Tätigkeit des Arbeitens.

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